Dies ist die Experimentalseite für das Steinzentrum am See. Die aktuelle Seite finden Sie unter steinzentrum.info

  • Stoßwellenbehandlung (ESWL)

    ESWL - Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie

     

    Die ESWL ist ein nicht invasives Verfahren um Harnsteine von außen zu zertrümmern. Dazu werden die Stoßwellen über einen Parabolspiegel und/oder akustische Linsen in den Stein gelenkt. Die Kontrolle zur Steinortung findet dabei durch Ultraschall und/oder Röntgen statt.

    Die Ergebnisse sind abhängig von Steingröße, Steinlage, Anzahl der Stoßwellen, Frequenz der Stoßwellen, vom Stoßwellengenerator und natürlich der Steinzusammensetzung (s. Härtegrad bei Steinentstehung).

     

    Als gute Frequenz (Anzahl der Stoßwellen pro Minute) haben sich Werte um ca. 60 Hz gezeigt. Höhere Werte verkürzen zwar die Behandlungsdauer führen aber zu schlechteren Desintegrationsergebnissen.

     

    Steine in der oberen und mittleren Kelchgruppe gehen nach einer ESWL leichter ab als Steine in der unteren Kelchgruppe.

     

    Die Steinfreiheitsraten hängen auch von dem benutzten Stoßwellengenerator ab. Als eine sehr effektive Stoßquelle haben sich elektrokonduktive Generatoren (eine Sonderform der elektrohydraulischen Prinzips) gezeigt. Dieser Stoßwellengenerator (Sonolith®) wird auch von uns verwendet.

     

     

    Ablauf der Behandlung:

     

    Der Eingriff wird typischerweise unter einer sog. Sedoanalgesie (eine Kombination aus einem Beruhigungsmittel und einem Schmerzmittel) durchgeführt. Man ist während der Behandlung wach und ansprechbar. Eine Narkose ist in der Regel nicht erforderlich. Die Medikamente werden über eine Infusion direkt gegeben und sind damit gut steuerbar. Während der Behandlung werden Blutdruck, Sauerstoffgehalt des Blutes (O2-Sättigung) und der Herzschlag (EKG) gemessen

     

     

    Kontraindikationen

     

    Eine ESWL-Behandlung darf in folgenden Fällen nicht durchgeführt werden:

     

        Schwangerschaft

     

        unbehandelte Harnwegsinfekte

     

        Gerinnungsstörungen (angeboren oder durch Medikamente wie ASS, Marcumar, Clopdrogel etc.).

     

        Tumore im Stoßwellenbereich

     

        unbehandelter Bluthochdruck (Hypertonie)

     

        Akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

     

        Aortenaneurysma im Stoßwellenbereich

     

    Teststein nach ca. 300 Stoßwellen

    Saltutti C, Di Benedetto A, et al. Extracorporeal lithotripters: is there a gold standard? In Vivo multifunctional comparison between 6 mobile devices. Congresso Nazionale AURO. IT, Roma, Italy, 2003

  • Harnleiter-/Nierenspiegelung (URS)

    URS - Ureterorenoskopie = Harnleiter- und Nierenspiegelung

     

    Die Harnleiter- und Nierenspiegelung wird durch die Harnröhre (transurethral) durchgeführt. Sie benutzt also die “natürlichen Wege. Nach Erreichen der Blase wird das Instrument in den Harnleiter eingeführt und kann im Idealfall bis in die Nieren vorgeschoben werden.

    Ist der Stein im Harnleiter benutzt man sog. semirigide (halbsteife) Geräte (Ureterorenoskope). Direkt unter Sicht kann ein kleinerer Stein dann direkt herausgezogen werden. Ist der Stein zu groß, kann man ihn - ebenfalls unter direkter Sicht - vorher zerkleinern ( = intrakorporale Lithotripsie). Dazu benutzt man beispielweise Laserstrahlen oder pneumatische Sonden. Größere Steintrümmer können dann wiederum herausgezogen werden, die kleineren gehen meist von selber ab.

     

    Um in der Niere in die einzelnen Kelch hineinschauen zu können benutzt man flexible Instrumente. Bei der heutigen Technik sind die Kamerasysteme teilweise direkt vorne an der Gerätespitze untergebracht (sog. chip-in-the-tip). Dank hochauflösender HDTV-Technik (wie bei modernen Videokameras und Fernseher) erhält man so ein hervorragendes Bild. Durch die bewegliche Spitze können aber nur Laserfasern zur Steinzertrümmerung eingesetzt werden.

     

    Ablauf der Behandlung:Steingries in einem Nierenkelch

     

    Der Eingriff wird überwiegend in Vollnarkose durchgeführt.

    Häufig wird der Harnleiter durch eine vorher eingelegte Schiene/Stent/DJ vorbereitet. Diese Schiene entspannt den Harnleiter sodaß der Eingriff deutlich komplikationsärmer verlaufen kann (sog. sekundäre URS).

    Bei einer primären URS muss man häufiger den Harnleiter und die Harnleitermündung ( = Ostium) direkt aufweiten um mit dem Gerät die Spiegelung durchführen zu können.

    In der Hand eines geübten Operateurs ist die Harnleiter- und Nierenspiegelung ein risikoarmer und erfolgversprechender Eingriff für Harnleitersteine und kleinere Nierensteine.

     

    Kontraindikationen:

     

    Eine Harnleiter-/Nierenspiegelung darf in folgenden Fällen nicht durchgeführt werden:

     

       unbehandelte Harnwegsinfekte

     

      eingeschränkt: Gerinnungsstörungen (angeboren oder durch Medikamente wie ASS, Marcumar, Clopdrogel etc.).
    Aber: wenn eine Steinbehandlung erforderlich ist, trotz Gerinnungshemmung, ist die URS die sinnvollste Möglichkeit(Empfehlung der EAU - Leitlinien).

     

     

    Steingries in einem Nierenkelch

    aufgenommen mit einem modernen flexiblen Ureterorenoskop

  • Steinentfernung durch die Haut (PCNL)

    PCNL/PNL - perkutane Nephrolitholapaxie = Nierenspiegelung durch die Haut

     

    Die Instrumente zum Spiegeln der Niere (Nephroskop) sind deutlich dicker als die Instrumente für die Harnleiterspiegelung (Ureteroskope). Dadurch können größere Instrumente zum Zertrümmern und Absaugen benutzt werden. Die PCNL wird deshalb überwiegend bei großen Nierensteinen eingesetzt (Entscheidungskriterien siehe unter Therapie). Die PCNL ist sehr effektiv aber deutlich invasiver.

    Um in der Niere in einzelne Kelche hineinschauen zu können benutzt man flexible Instrumente.

     

    Ablauf der Behandlung:

     

    Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt.

    Meist wird vorher eine Harnleiterschiene durch eine Blasenspiegelung eingelegt. Durch diese wird das Nierenhohlsystem gedehnt. Anschließend wird für die eigentliche Nierenspiegelung durch die Haut (= perkutan) zuerst unter Ultraschall- und Röntgenkontrolle ein Weg in die Niere angelegt. Dieser Weg wird dann auf die erforderliche Größe geweitet. Zur Zertrümmerung werden in erster Linie Ultraschall- und pneumatische Sonden verwendet. Größere Steintrümmer können durch den großen Arbeitskanal direkt entfernt werden. Abschließend wird meist ein Katheter (sog. Nierenfistel) zur Sicherung des Harnabflusses und Blutstillung eingelegt.

     

     

    Komplikationen

     

    Die Rate an unerwünschten Ereignissen (Komplikationen) ist unter anderem abhängig von der Steingröße, der Steinlage, der Form des Hohlsystems und evtl. Voroperationen.

     

       Fieber bis hin zur Sepsis

     

       Blutungen (evtl. transfusionspflichtig)

     

       Darm- und Brustfell(Pleura)-Verletzungen (mit evtl. nötiger offener Operation)

     

       Einschwemmung (für die Spiegelung nötige Spülflüssigkeit gelangt in die Blutbahn und verdünnt das Blut.

     

       sehr selten Nierenverlust

     

     

    Kontraindikationen

     

    Eine Nierenspiegelung (PCNL) darf in folgenden Fällen nicht durchgeführt werden:

     

       unbehandelte Harnwegsinfekte

     

       Gerinnungsstörungen (angeboren oder durch Medikamente wie ASS, Marcumar, Clopidrogel etc.).

     

       Schwangerschaft

     

       Tumor im Zugangsbereich

     

  • Steinentfernung durch offene Operation