Dies ist die Experimentalseite für das Steinzentrum am See. Die aktuelle Seite finden Sie unter steinzentrum.info

Konservative Steintherapie (spontanen Steinabgang abwarten)

 

Der menschliche Körper ist in der Lage viele Steine ohne weitere Maßnahmen auszuscheiden. Dies ist abhängig von der Steinlage und natürlich auch von der Größe. Steine unterhalb von 5 mm Größe können häufig spontan “geboren” werden. In der wissenschaftlichen Literatur schwanken die Angaben, wie häufig ein Stein ohne operativen Eingriff abgeht, jedoch erheblich (zwischen 29 - 98%!).

 

Entscheidend dabei ist auch die Zeit, die ein Stein benötigt, bis er den Weg durch den Harnleiter geschafft hat. Kleine Stein um 2 mm benötigen etwa 1 Woche, Steine um 5 mm etwa 3 Wochen für die Passage. In dieser Zeit können immer auch wieder Koliken auftreten.

 

In die Entscheidung müssen natürlich auch eventuelle Harntransportstörungen (Stauung der Niere), Narkosefähigkeit, Begleiterkrankungen, Wachstumstendenz (Infektsteine) aber auch bestehende Harnwegsentzündungen (Infekte) einfließen. Kommt zu den Beschwerden Fieber hinzu droht im schlmmsten Fall eine Sepsis. Diese erfordert meist eine sofortige Harnableitung - unabhängig von der Größe/Lage des Steins.

 

Einzig Harnsäuresteine (Urat) können durch Medikamente aufgelöst werden. Bei Harnsäuresteinen wird durch die Änderung des Säurewertes des Harns (Urin-pH) die Löslichkeit der Harnsäure im Urin verbessert und die Steine können wieder aufgelöst werden (Chemolitholyse). Dazu werden Alkalizitrate oder Natriumbikarbonat eingenommen. Zielwert zur Steinauflösung ist ein Urin-pH-Wert von 7,0 - 7,2. Bei großen Harnsäuresteinen können alle OP-Verfahren zur Zertrümmerung und Beschleunigung der Auflösung zusätzlich eingesetzt werden.

 

Um den Steinabgang zu erleichtern oder zu beschleunigen können folgende Medikamente eingesetzt werden:

 

    Antiphlogistika: abschwellender Effekt und Schmerzbekämpfung

    Ca-Antagonisten:

    Alpha-Blocker: Entspannung der Harnleitermuskulatur (off-label-Use: diese Medikamente werden typischerweise bei Vergrößerung der Prostata gegeben um die Muskulatur in der Prostata zu entspannen. Den gleichen Effekt haben sie auch am Harnleiter, sind dafür aber nicht speziell zugelassen.)

 

Die Entscheidung, ob man zuwartet oder ob man einen instrumentelle Eingriff vornimmt hängt natürlich auch von den Beschwerden, der Zeit und persönlichen Wünschen ab. Nicht jeder hat die Zeit 3 Wochen (unter Beschwerden) einen spontanen Steinabgang abzuwarten.

Hier spielen natürlich auch die Erfahrung und technischen Möglichkeiten eines Behandlers eine zusätzliche Rolle.